Pressemitteilung
zur Gründung der Bürgerinitiative GEDA - 'gegen e.on-DEKONTA-Ansiedlung' - in Sandstedt, Hagen und umzu

Datum: 31. Mai 2008

"Wir sind nicht mehr allein, sondern haben ganz viele tolle Leute an unserer Seite. Jetzt legen wir richtig los", so Femke Ohlmann, Mitinitiatorin der Bürgerinitiative (BI). Mehr als 120 Gegner der Ansiedlung der e.on-Tochter Dekonta in der Samtgemeinde Hagen kamen zur Gründungsversammlung der BI am Freitag, 30. Mai, in Hagen-Driftsethe.

Die Gründung der BI war von den direkt von der Dekonta-Ansiedlung Betroffenen initiiert worden. Sie stellten sich und die Ziele der BI vor: e.on-Dekonta solle sich nicht in der Samtgemeinde Hagen ansiedeln. Die Bürgerinnen und Bürger sollten durch die BI informiert und "so weit dies möglich sei" über die wahren Pläne der Dekonta aufgeklärt werden. Dies sei von der Politik versäumt worden. Außerdem hoffe man, viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die geplanten Protestaktionen zu gewinnen. Man wolle den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung durch öffentliche Aktionen, aber auch durch viele direkte Gespräche deutlich machen, dass durch die Dekonta-Ansiedlung die Zukunft der Samtgemeinde auf dem Spiel stehe. "Wer will hier denn noch leben, wer kauft hier einen Bauplatz?", fragte ein Teilnehmer der Versammlung.

Die Initiatoren der BI stellten Auszüge aus einem Dekonta-Papier (Mittelfristplanung 2009 bis 2015) vor, demzufolge von einer reinen "Wäscherei" nicht die Rede sein könne. Diesen Ausdruck müsse man sich abgewöhnen, forderte die Sandstedter Anwältin Karla Mombeck. Er sei irreführend und verharmlosend und würde von Dekonta selbst und der Politik bewusst immer wieder benutzt.

Denn Dekonta plane den Anteil der Anlagenteile- und Schrott-Dekontamination viel stärker auszubauen als den der Wäscherei. "Von wegen Baumwolloveralls", mahnte auch Gitta Brede, Mitinitiatorin der BI. Außerdem rechne Dekonta den firmeneigenen Planungsunterlagen zufolge schon jetzt damit, Teile und radioaktive Abfälle in Hagen lagern zu müssen, da die Kapazitäten möglicherweise vor Ort nicht ausreichten und auch die Landessammelstelle in Jülich den radioaktiven Abfall nicht vollständig abnehmen könne. Dekonta plane ab 2009 wöchentlich fünf radioaktive Transporte, bis 2015 dann acht solcher Transporte pro Woche. Wie sich der Betrieb danach weiter entwickle, wisse niemand, denn dies sei ja erst die mittelfristige Planung der Dekonta, erklärten die Initiatoren.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass sich in mehreren Ortschaften (Sandstedt, Rechtenfleth, Offenwardener und Sandstedter Moor, Uthlede) kleinere Gruppen mit der Dekonta-Ansiedlung auseinander gesetzt und bereits Ideen für Protestaktionen gesammelt haben. Außerdem lasse die Kirchengemeinde Sandstedt die rechtlichen und verfahrenstechnischen Aspekte durch einen Fachanwalt aus Bremerhaven prüfen und erwäge gegebenenfalls eine Klage. "Kirchenkreis und Landessuperintendent Manfred Horch stehen hinter uns", so Pastor Dietrich Diedrichs-Gottschalk aus Sandstedt. "Die von Karla Mombeck initiierte Unterschriftenaktion hat schon mehr als 1000 Unterschriften gebracht", teilte Sandra Schwoge als Mitinitiatorin der BI mit. Mehrere Teilnehmer der Versammlung erklärten sich bereit, auch in ihrer Nachbarschaft weiter Unterschriften zu sammeln und nahmen die Unterschriftenlisten in Empfang. "Endlich werden die Aktionen gebündelt. So sind wir natürlich viel wirkungsvoller", freute sich eine Teilnehmerin.

Die Initiatoren stellten den Aktionsplan für die kommenden Wochen vor und bezogen Anregungen der Teilnehmer ein. Arbeitskreise haben mit ihrer Arbeit an einzelnen Projekten begonnen, zum Beispiel wird eine Homepage gestaltet. Jetzt werden alle Fraktionen der Ortsräte und des Samtgemeinderates aufgefordert, unmittelbar Stellung zu dem geplanten Bauvorhaben und ihrer eigenen Entscheidungsqualität zu beziehen. Nun müssen alle Farbe bekennen.

Die Hoffnung bleibt, dass die politischen Kräfte Stärke zeigen und eine Kehrtwendung zu Gunsten der Interessen der BI machen.